Bauanleitung für ein OSB-Terrarium mit Echtholzfront

Das Becken, welches ich hier zusammenschraube ist die dritte Version meiner selbstgebauten Terrarien und wird eine Echtholzfront erhalten. Die Maße sind 150 cm Länge, 65 cm Tiefe und 69 cm Höhe. Der Korpus besteht aus 18 mm OSB-Platten, die Front aus Fichtenholz. Insgesamt werde ich vier Stück von diesem Modell bauen.

Bei der Planung galt es, die wesentlichen Anforderungen an die Terrarien zu bedenken. Insbesondere ist eine hohe Stabilität erforderlich, die Becken müssen durch eine 69 cm schmale Tür passen, der Bau sollte einfach und nicht unnötige zeitaufwendig sein und schließlich war das Endziel nicht zuletzt eine schöne Optik zu erzielen.

Da ich die Becken stapeln werde war wichtig, dass trotz voller Bepflanzung die unteren Becken nicht durchhängen und das Entfernen der Schiebescheiben, möglich bleibt. Die sehr beliebte Variante mit einer OSB-Front kam für mich nicht in Frage. Anregungen für das Design habe ich mir übrigens bei Manfred Dorka geholt, leider erlaubt er neuerdings ohne Forumsanmeldung nur noch den Zugriff auf die erste Seite von Threads. Welcher Sinn dahinter stecken mag bleibt mir allerdings verborgen.

Preisliste
Bezeichnung Maße Anzahl Einzelpreis Summe Bemerkung
Gesamt: 229,80 €
Korpus ⁄ Allgemein
OSB/3 Verlegeplatten 1830 x 675 x 18mm 4 9,99 € 39,96 € Im Baumarkt auf Maß schneiden lassen:
2x 150cm x 65cm (Boden/Decke)
1x 146,40cm x 65cm (Rückwand)
2x 63,20cm x 65cm (Seitenwände)
Fichtenbretter 2400 x 94 x 19mm 2 4,59 € 9,18 € 2 x 150cm
2 x 46cm
Suki Senkkopf Schrauben 4,0 x 40mm 46 0,05 € 2,30 € VPE 200 a 8,89 €
Spax Senkkopf Schrauben 3,0 x 12mm 58 0,03 € 1,74 € VPE 100 a 3,49 €
Spax Rundkopf Schrauben 3,5 x 12mm 20 0,04 € 0,80 € VPE 100 a 3,89 €
Holzdübel 30 x 6mm 12 0,02 € 0,24 € VPE 200 a 3,80 €
Holzleim 120g 1 3,59 € 3,59 € Ponal Super 3 wasserfest
Klarlack 750ml 1 11,99 € 11,99 € seidenmatt
Alu-Lochblech 600 x 1000 x 1mm
6000cm²
0,06
360cm²
23,57 € 1,41 € 2/4mm
(2mm Löcher mit 4mm Abstand)
2 x 12cm x 6cm
2 x 6cm x 6cm
Alu-Flachstange 15 x 2 x 2500mm 0,584 3,99 € 2,33 € 146cm Stück abgesägt
Silikon 310 ml 1 12,49 € 12,49 € Lugato WIE GUMMI
trinkwassergeeignet, transparent
Zwischensumme: 86,03 €
Schiebescheiben ⁄ -sicherung
Schiebescheiben 455 x 672mm 2 14,00 € 28,00 €
Sturmhaken 3,9 x 80mm 2 0,88 € 1,76 € mit Ösen, verzinkt
Decksplatten 35 x 30 x 5mm 2 0,00 € 0,00 € Edelstahl
Zwischensumme: 29,76 €
Beleuchtung ⁄ Wärme
Alu-Blech 200 x 1000 x 0,8mm 0,75 4,77 € 3,58 € in 200 x 250mm Stücke geschnitten
Grundtal Spot 3er 1 24,99 € 24,99 € 3 x 10W, vernickelt
NoN Leuchtröhre T5 2 12,99 € 25,98 € 8W, 40cm lang
Zwischensumme: 54,55 €
Beregnungsanlage
Aluminium Winkel - 1
0,06
3,19 € 0,38 € 15 x 27 x 1000mm
2 x 3cm Stücke als Düsenhalterung
M.R.S. Anti-Tropf Micro-Nebeldüse 360° schwenkbar 2 22,95 € 45,90 € Maße: 105 mm Länge
Durchmesser Schottverschraubung 10mm
Düsenkopf: Messing mit Edelstahlkern
Düsenbohrung: 0.15mm
Durchsatz: 20ml/min bei 18bar
Sprühwinkel: 40°
Anschluß: Schnellschraubverschluß für Schlauch 6/4mm
Polyurethan — Kunststoffschlauch - 4 1,49 € 5,96 € schwarz 6/4 mm
T-Schnellsteckverbinder - 1 3,82 € 3,82 € für 6mm Schlauchdurchmesser
Zwischensumme: 56,06 €
3D-Rückwand
Styropor 2cm Stärke 2 0,65 € 1,30 €
Styropor 5cm Stärke 1 1,70 € 1,70 €
Styroporkleber 8 kg 0,025 15,99 € 0,40 € vielleicht 200g verbraucht
flexibler Fliesenkleber 5 kg 0,1 - € - €
Zement 25 kg 0,1 - € - € Portland Zement
Quarzsand 25 kg 0,1 - € - €
Zwischensumme: 3,40 €

Der Korpus

Mit der Rückwand beginnt es

In Ermangelung einer Werkbank kann man auch einfach die Bodenplatte bzw. den Deckel vorübergehend zur Arbeitsplatte umfunktionieren.


Die Seiten werden angebracht

Am einfachsten lassen sich die Seiten anbringen wenn man vorher Löcher für die Schrauben bohrt, dann Ponal aufträgt und passgenau an die Rückwand stellt. Wenn man nun die Schrauben in die vorgebohrten Löcher schraubt verrutscht nichts mehr. Nicht vergessen Zeitung drunter zu legen, sonst verklebt man ggf. die Konstruktion mit der Arbeitsplatte!


Das erste Aufstellen

Da die Seitenwände auf die Bodenplatte gestellt werden, reicht die umfunktionierte Arbeitsplatte — respektive der Boden bzw. der Deckel — millimetergenau aus. Ich persönlich empfand die Arbeitshöhe als genau richtig, um den Deckel anzubringen. Dazu habe ich erstmal eine ordentliche Portion Holzkleber aufgetragen. Wenn man nun die Deckenplatte auflegt und andrückt, verrutscht schon so gut wie nichts mehr. Man kann also in aller Ruhe Löcher vorbohren und anschließend die Schrauben festschrauben. Den überschüssigen Leim, der unvermeidbarer Weise austritt, einfach mit dem Finger wegstreichen.


Der Deckel wird angebracht

Der Deckel sitzt perfekt. Nun nur noch das Konstrukt anheben, umdrehen, die Bodenplatte währenddessen wegnehmen... Immer hat man 5 Hände zuwenig, da hilft nur eine zweite Person oder eine bessere Planung. Nicht zuletzt wird das Terrarium langsam unhandlich.


Der Korpus ist fertig

Der Korpus steht und alles ist verleimt und verschraubt. Bis zu diesem Zwischenergebnis hat mich der Bau ungefähr 30 Minuten gekostet.


Die Front wird gebaut

Der interessante, weil fummelige Teil beginnt. Da ich auf eine Echtholzfront mit Verblendungen an der Seite nicht verzichten wollte, blieb mir nichts anderes übrig, als Holzdübel zu verwenden, um die nötige Stabilität zu erreichen. Bis dato habe noch nie selber solche Dübel eingebaut und kannte diese nur aus Fertigmöbeln. Dort werden die Löcher allerdings computergesteuert millimetergenau ausgefräst. Im Endeffekt war es wesentlich einfach, als ich mir vorgestellt hatte.
Grundvoraussetzung ist zunächst, dass man gerade Löcher in eines der Werkstücke bohrt. In den erhältlichen Komplettsets gibt es praktische kleine Hütchen mit einer Metallspitze die man in die vorgebohrten Löcher einsetzen kann. Nun braucht man nur die Werkstücke so aufeinanderdrücken, wie diese später zusammen sollen und hat exakte Markierungen für die gegenüberliegende Bohrung. Wenn man damit fertig ist, braucht man die Holzdübel nur — wie man das aus dem großen schwedischen Möbelhaus kennt — mit ein wenig Kleber zu versehen und kann alles zusammenstecken (vorher sollte man aber unbedingt überprüfen, ob auch jede Bohrung tief genug ist!).


Die Front wird eingebaut

Die Front nur noch einkleben und mit ein paar Schrauben fixieren, und das Terrarium ist im groben erstmal fertig.


Die Lüftung

Die Lüftungslöcher habe ich einfach mit einem Forstnerbohrer eingefräst. Dazu habe ich mir in ein Reststück erstmal eine Schablone gefräst, damit ich nicht dauernd exakt ausmessen muss. Mit zwei Schraubzwingen habe ich dann die Schablonen oben und ein Brett von unten fixiert. Dadurch hat man den Vorteil, dass man bei allen Becken und Seiten den gleichen Abstand trifft und das Holz splittert nicht auf der Austrittsseite. Dafür ist es ein bisschen schwieriger zu erkennen ob man schon durch das Werkstück durch ist.


Die Versiegelung

Nun beginnt die Lackiererei. Da ich die Becken auch voll bepflanzen will, ist es wichtig diese gut zu versiegeln. Inzwischen bin ich bei der vierten Schicht Lack, die ich einfach mit einer Rolle aufgetragen habe.


Die Beleuchtung / Wärme

Die Spots für die Wärme

Diesmal mache ich bezüglich der Beheizung durch die Spots ein Experiment. Da ich bei meinen vorherigen Terrarien gemerkt habe, dass nach längerer Betriebsdauer das Holz in der Nähe der Spotbefestigung punktuell stark erwärmt wird und somit viel Wärme in dem Becken verloren geht, versuche ich nun mittels Aluminiumbleche die Wärme besser an die Luft im Terrarium abzugeben.

Dazu habe ich 20 x 25 cm große Stücke genommen und zwischen Spot und Holz geschraubt. Das Ganze zu befestigen ist viel einfacher, wenn das Terrarium auf dem Kopf steht. Der Test, ob die Wärme nun besser durch das Aluminiumblech verteilt wird, war erfolgreich. Selbst wenn man einen Wärmestau durch eine dicke und fest aufliegende Styroporschicht auf dem Terrarium provoziert, wird das Holz dort wo die Spots befestigt sind kaum wärmer als an anderer Stelle. Eine weitere Isolationsschicht zwischen Aluminiumblech und Holz ist also nicht erforderlich. Die Bleche werden warm aber nicht heiß und die Unterbauspots bleiben deutlich kühler als wenn sie direkt auf Holz geschraubt werden.


Leuchtstoffröhren für Licht ohne viel Wärme

Terrarienbau
Die Leuchtstoffröhren für eine bessere Ausleuchtung

Es hätte zwar auch eine Röhre gereicht um das Terrarium auszuleuchten, allerdings gab es ein paar Vorteile die nicht nur der Symmetrie dienten.

  • Die Röhren parallel zur Front im vorderen Bereich einzubauen bedeutet Verschwendung von Lichtausbeute und sorgt dafür, dass die Pflanzen nur zur Front hin wachsen.
  • Beim Verbauen von 2 Leuchtstoffröhren bleibt das Terrarium nicht dunkel wenn mal ein Leuchtmittel kaputt geht.
  • Durch zeitlich versetztes Ein- bzw. Ausschalten kann man eine Dämmerung wenigstens ansatzweise Simulieren.
  • Man kann leichter die Lichtintensität über das Jahr verringern/erhöhen indem man die Überschneidungszeit der gleichzeitigen Beleuchtung variiert.

Beregnungsanlage

Die Beregnung

Die Nebeldüsen habe ich mit Aluwinkeln parallel zur Decke angebracht um die Einbautiefe zu reduzieren. Hätte ich die Düsen durch die Decke eingebaut wäre mir zuviel Platz in der Höhe verloren gegangen und die Terrarien hätten ca 10cm niedriger ausfallen müssen. Einen großen Vorteil die Zuleitungen außerhalb des Beckens zu verlegen habe ich nicht gefunden. Dazu kommt, dass die Schottverschraubung nur bis 16mm Wandstärke verwendbar sind. Daher habe ich einfach den T-Verbinder mit 2 Schrauben an der Decke verschraubt und anschließend die Druckschläuche mit einem ca. 5mm dickem Steg aus Silikon mit der Decke verklebt. So sollten die Vibrationen die durch den Wasserdurchfluß entstehen nicht oder kaum auf das Terrarium übertragen werden. Dazu mehr sobald ich die Teichfolie eingeklebt habe und es wirklich mal testen kann.

Ich verwende jeweils pro Seite eine Nebeldüse mit einem Maximaldurchsatz von 0,012 l/min. Geplant ist das Becken ca. 1 Minute am Tag damit zu besprühen um lediglich die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Die geplante Bepflanzung werde ich wohl großteils noch per Hand gießen müssen.


Die Bodenwanne

Die Bodenwanne schütze ich zusätzlich noch mit einer Teichfolie gegen Verrottung. Damit die Teichfolie nicht ständig von der Wand wegklappt habe ich diese mit einer komplett umlaufenden Bahn doppelseitigem Klebeband fixiert. Zur Front hin dichte ich den Übergang zur Folie noch mit einem Alublech und einer Silikonnaht gegen eindringendes Wasser ab. An den Seiten und der Rückwand wird das allerdings das Styropor der 3D-Rückwand erledigen.


3D-Rückwand

Die Rückwand

Den Übergang zur Teichfolie habe ich mit Silikon so gut wie möglich abgedichtet. Dazu habe ich erst eine dünne Spur so zwischen Folie und OSB gezogen, dass ca. die Hälfte herausschaut, danach noch eine überlappende Spur über die Folie. Die Styroporstücke habe ich mit Silikon aufgeklebt und dann ca 1cm über die Teichfolie überlappend fest angedrückt. Damit ist die Teichfolie mit einer Nut aus Silikon und der Überlappung durch das Styropor gegen eindringendes Wasser gut geschützt.
Die Styroporstücke habe ich zur Unterkante hin schon mit einem Cuttermesser bearbeitet. Wenn man das erst im Nachhinein macht ist die Gefahr groß abzurutschen und in die Teichfolie zu schneiden.


Der Fliesenkleber

Damit das Auftragen leichter fällt habe ich das Terrarium auf den Rückwand gelegt. Die erste Schicht besteht aus flexiblem Fliesenkleber und dient hauptsächlich später als Haftbrücke für das Zement-Sand-Gemisch. Den Fliesenkleber habe ich sehr dünn angerührt, so dauert es zwar länger bis er durchgetrocknet ist, man kann aber leichter die Spalten zwischen den Styroporplatten füllen.


Das Zement-Sand-Gemisch

Die erste Schicht auf dem durchgetrocknetem Fliesenkleber besteht aus einer Mischung aus Zement und Sand im Verhältnis 1 zu 1. Der linke Teil war schon komplett durchgetrocknet bevor ich dazu kam den Rest aufzutragen.

Die 2te Schicht besteht aus einer 1 zu 3-4 Mischung aus Zement und Sand und kommt damit nahe an eine Betonmischung.

So sieht die Rückwand dann durchgetrocknet aus.


Die Glasfront

Die Schiebescheiben

Nun steht das Becken an seinem Bestimmungsort.
Die E-Profile und die Scheiben sind eingebaut, der Bodengrund ist drin und die ersten Alibipflanzen versuchen anzuwurzeln.
In der Unterkonstruktion befindet sich nebst Stauraum für den Terrarienbedarf auch die Technik wie z.B. die Beregnungsanlage.


Die Nacharbeiten

Die Terrarienverriegelung

Die Scheiben sichere ich einfach mit Sturmhaken. Die Ösen sind aus Edelstahl, damit mir auch bei exzessivem Reinigen der Scheiben kein Rost entsteht.


Die Belüftung musste nochmal vergrößert werden

Die Lüftungsfläche reichte leider nicht um das Terrarium gut zu durchlüften, daher habe ich mich einfach entschieden die Abluftfläche zu verdreifachen.


 
 
0815-Webseiten
weitere 0815 Seiten im Internet
Vorherige Seite | Übersicht | Nächste Seite

© Moritz Reinemund